Die Slaven in Griechenland
Max Vasmer
Kap. III. Verzeichnis der slavischen geographischen Namen nach Landschaften geordnet
I. Epirus
a) Gebiet von Joannina
Die Zahl der slavischen Namen in dieser Landschaft ist besonders groß. Das erklärt sich aus der abgeschiedenen Lage des Landes, die schon im Altertum dessen kulturelle Entwickelung hemmte. Die Ufer sind für die Schiffahrt, abgesehen von wenigen Stellen, nicht geeignet. Schon für das Altertum macht Treidler, Epirus 123 ff., folgende Feststellung: »Gemein ist dem gesamten epirotischen Gestade der Mangel eignen, auf die See gerichteten Unternehmungsgeistes der Bewohner. Er erklärt sich größtenteils aus der durch das Relief bedingten Scheidung der Küste vom Innern. Parallel laufende Bergriegel, zwischen denen Längstäler, auch nicht durchaus frei wegsam, eingebettet sind, ziehen von Norden nach Süden und gestatten eine leidliche Verbindung zwischen einzelnen auf meridionaler Linie gelegenen Orten des inneren Epirus, stellen aber einem Vordringen von Westen nach Osten erhebliche Schwierigkeiten in den Weg.« Die korinthische Kolonisationstätigkeit hat die epirotische Küste geradezu übersprungen. Nördlich von Ambrakia-Arta ist die nächste Korintherkolonie erst wieder Oricum (= Palaeokastro an der Westseite der Pašaliman-Nehrung), weiter Valona (Aulon). Wer hier von Norden und Osten eindrang, konnte von der Seeseite aus nur an verhältnismäßig wenigen Punkten bedroht werden.
In der Slavenzeit (6. bis 15. Jahrhundert) ist im Epirus, etwa nördlich des Golfes von Arta, der slavische Stamm der Βαιουνῖται durch die Demetrius-Legende (Migne PG 116 Sp. 1325) bezeugt, dessen Name sich trotz der lautlich schwer deutbaren Abweichung nicht von Βαγενετίαßa urk. a. 1361 bei Mikl.-Müller III Nr. 30 trennen läßt. Bei Anna Komnena V 4 (ed. Bonn. 1236, 15) steht Βαγενετία. Vgl. auch Niederle, Manuel 1109 ff. und SL St. Il 437 ff. Zur Deutung siehe unten S. 21. Die Ausbreitung der Albaner im 15. Jahrhundert hat vermutlich bald die Reste der slavischen Sprachinseln in diesem Lande beseitigt [1]. Über den Anteil der Albaner an der epirotischen Bevölkerung im 19. Jahrhundert unterrichtet Baldacci, Mitteilungen d. geograph. Ges. Wien, Bd. 39 (1896), 795 ff. Eine Karte der aromunischen Bevölkerung findet sich bei Weigand, Aromunen Bd. 1.
a) Gebiet von Joannina
20. Βελᾶ: τὴν Βελᾶν
231. Μπριάτουκαι pl.
256. Πλέσια (Τσαρκοβίστης)
257. Πλέσια (Μαλακασίου)